Continentale-Studie 2016:
Berufsunfähigkeit bleibt ein unterschätztes Risiko

In Österreich sorgen weiterhin wenige Menschen gegen das existenzielle Lebensrisiko Berufsunfähigkeit vor. Sie fühlen sich persönlich nicht gefährdet, kennen die Ursachen nicht und sind nicht ausreichend über die Möglichkeiten der Vorsorge informiert. Das geht aus der aktuellen Continentale-Studie „Berufsunfähigkeit – das unterschätzte Risiko“ hervor, für die landesweit 549 Berufstätige befragt wurden.

Konsequente Aufklärung erforderlich

„Mangelnde Informiertheit ist vermutlich die größte Hürde, wenn es um den Schutz gegen die finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit geht. Wir müssen hier noch viel Aufklärungsarbeit leisten. Unsere Studie gibt wertvolle Anhaltspunkte, an denen diese ansetzen kann“, so Dr. Helmut Hofmeier, Leben-Vorstand im Continentale Versicherungsverbund auf Gegenseitigkeit. Zumal die jüngste Sozialversicherungsreform die Notwendigkeit privater Vorsorge noch verstärkt hat: Allen ab 1964 Geborenen wird seit 2014 im Fall der Berufsunfähigkeit nur unter äußerst verschärften Bedingungen eine gesetzliche BU-Rente zuerkannt.

Dass Aufklärung notwendig ist, zeigt sich, wenn nach den Gründen für eine fehlende Absicherung gefragt wird: 53 Prozent der Befragten geben an, sie hätten sich noch nicht über das Thema informiert; 35 Prozent sagen, sie hätten noch keine geeignete Beratung gefunden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass vieles rund um das komplexe Thema Berufsunfähigkeit nicht bekannt ist. So wissen lediglich 60 Prozent, dass ein Schutz durch den Gesetzgeber nur besteht, wenn keinerlei berufliche Tätigkeit mehr ausgeübt werden kann.

Bedeutende Zielgruppe: Junge Leute

Die Mehrheit der Befragten glaubt zudem, dass sich Studenten und Schüler nicht gegen den Verlust der Arbeitskraft absichern können. Viele vermuten dies auch bei Lehrlingen, Hausfrauen und -männern. Richtig ist, dass der wichtige Schutz allen genannten Gruppen offen steht und früh abgeschlossen werden sollte: „Dem Vermittler als Vorsorgeberater kommt die wichtige Aufgabe zu, insbesondere junge Menschen umfassend zu den Risiken und Ursachen von Berufsunfähigkeit zu informieren und zu beraten“, appelliert Mag. Gerfried Karner, Geschäftsführer der Continentale Assekuranz Service GmbH.

Persönliches Risiko wird kaum wahrgenommen

Einmal selbst berufsunfähig zu werden, halten nämlich nur 8 Prozent der Berufstätigen für wahrscheinlich. Die Realität sieht anders aus: Nach Angaben des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger wurden im Jahr 2015 mehr als 50.000 Anträge auf Zuerkennung einer Invaliditätspension gestellt. Etwa jeder zweite Neubezieher der Pension ist nicht einmal Mitte 50.

Warum meinen die meisten Befragten „das betrifft mich nicht“? Offensichtlich, weil sie ein falsches Bild von Berufsunfähigkeit haben. Für eine große Gefahr halten sie Unfälle (35 Prozent), gefolgt von Rückenleiden (31 Prozent). Nur 22 Prozent nennen psychische Erkrankungen als Auslöser. Tatsächlich sind diese die Hauptursache für den Verlust der Arbeitskraft.

Fehleinschätzungen führen zur falschen Vorsorge

Da die Befragten die wesentlichen Ursachen für Berufsunfähigkeit nicht kennen, sorgen sie nicht richtig vor. Als sinnvolle Vorsorgemöglichkeit wird am häufigsten mit 83 Prozent die Unfallversicherung und mit 70 Prozent der Immobilienerwerb genannt. Erst an dritter Stelle folgt mit 66 Prozent die Berufsunfähigkeitsversicherung. Doch ebenfalls mindestens 60 Prozent der Befragten halten auch die Lebensversicherung, die Krankenzusatzversicherung und das Sparen für geeignet. Dr. Helmut Hofmeier. „Die Berufsunfähigkeitsversicherung nimmt keine herausragende Rolle ein, obwohl sie die einzige sinnvolle Vorsorgeform darstellt. Das zu ändern, ist die gemeinsame Aufgabe von Versicherern, Vermittlern, Verbraucherschützern und Medien.“

pdf_16x16.png  1501A 10/2016 Continentale Studie zur Berufsunfähigkeit  (192.9 KB)
pdf_16x16.png  Continentale BU-Studie 2016 Grafiksatz (895.7 KB)

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